Kunstraum Liebusch

         

 

                                                                               "Die Globalisierung", Hai und Delfin

Riccardo Baccherini


wurde am 21. September 1937 in Modigliana geboren, in seine Heimatstadt ist er im Jahr 2006 zurückgekehrt, nachdem er über 30 Jahre in Deutschland gelebt hat.

Riccardo Baccherini wurde bei verschiedenen nationalen und internationalen kollektiven Ausstellungen ausgezeichnet.

 

        

Maler, Koch, Gestalter, Künstler beim Verfertigen und Präsentieren von Speisen (2013)

preisgekrönte Arbeit "Rocca di Modigliana", moderne Kreuzigung, Christus Geburt


"Baccherini malt mit einer phosphoreszierender Lyrik. Die Bilder leuchten, strahlen und pulsieren. Manchmal greift er zu irreal wirkenden Farbmischungen, nicht um das Bild zu verschönern,  sondern seinem wirklichen Ausdruck freien Lauf zu lassen. Hinter dieser Malerei steckt eine schüchterne Sensibilität in lebhaften, kraftvollen Farben – sein Geheimnis. Baccherini entwirft auf dem Malgrund innere Welten. Energien kreisen, mystische Botschaften werden entworfen. Die Bilder stehen dennoch alle in der Zeit, die Baccherini fein empfindet. Er bewegt sich in einer zwingenden Welt und keiner sinnlosen. Seine Bilder sollen nicht die Welt verschönern. Er malt das für ihn Notwendige.
So erschafft er neues Leben. Oft spürt der Betrachter die Energie seiner Bilder leibhaftig.
„Vorsicht, frische Farbe! Direkt aus dem Herzen von Riccardo Baccherini“. Durch Frankfurt-Bockenheim tragen Riccardo und ich zwei splitternackte Damen „Tausendundeinenacht“ und einen mannshohen Riesenbaccherini. Ein heftiger Wind macht die Bilder zu Segeln. Wir kämpfen um einen geraden Gang. Ein böses Unwetter zieht auf. „Nur Spaß“, sagt Riccardo und lacht mich an. „Wir machen bloß eine kleine Sache! Meine Bilder sind ein bißchen komisch, nicht?“
Bei mir angekommen, packt er aus seiner Plastiktüte eine Flasche Sekt aus, entkorkt sie nach kellnerart und zerbröckelt Schokolade. Wir stellen das Bild „Die Amazonen des Universums“ auf die Feuerleiter, um sie mit Abstand im Sonnenlicht anzusehen. „Oh, diese Bewegung!“ sagt Riccardo voller Begeisterung und beschreibt mit seinem Zeigefinger eine Spirale und pfeift dabei, als ließe er dabei eine Rakete ins All steigen. Plötzlich gießt die Frau oben drüber Blumenwasser über das noch frische Ölbild und es beginnt zu tropfen. Riccardo aber lacht: Nicht so schlimm, alles frische Ware!


Diese Geschichten gehören zu den Bildern. Sie beschreiben seine Einstellung zu seiner Malerei. „Die Bilder sind meine Seele. Und die verkaufe ich nicht,“ sagte er mir einmal.
Seine Statement: Ich frage ihn, wie man das nennen kann, was er so macht. Er lacht und sagt: „Ich bin ein Sonderfall. Wenn ich als Kellner male, ist immer ein Schuß Curry drin.“

 

    
 

  

"Tschernobyl", 1988     "Sepiageburt", 2010

 

(Michael Liebusch, Auszüge aus 1991 zu Riccardo Baccherini)


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