Kunstraum Liebusch

Michael Liebusch

 

Erzählungen & Malerei

 

Ausstellung in der Klosterpresse, Frankfurt Sachsenhausen, am 8. Dezember 2017, zusammen mit Jens Lay

 

Michael Liebusch bei der Ausstellung von Jens Lay im Hessischen Landtag 2015: "Politik macht Kunst", Foto: Men Rabe

 

 

Bild: Ereignisse in Blau, 2014, 200x160 cm, Acryl auf Lw.

 

"Farben – leuchtende, intensive Farben, aber auch zarte und transparente Farbaufträge sind zu entdecken. Auf der Leinwand werden sie zu einem Geflecht verbunden von übereinander gelagerten Schichten. – diese Durchdringung erzeugt auch bei Gegenstandslosigkeit eine starke Raumwirkung, der Blick wird in den Bildern festgehalten/gefesselt. Besonders das intensive Schwarz erzeugt einen Effekt von großer Tiefenwirkung. Und Michael Liebusch geht virtuos mit den Möglichkeiten der Farbe um – mit Kontrasten, Wirkungen – Warm/Kalt, Komplementär, Hell/Dunkel - routinierter Umgang mit den künstlerischen Mitteln."

Jens Lay

 

 

 

 "Schöne Erde", 60x70cm. 2014

 

 

 

Textbild: "Der Arzt hat eine Lungenentzündung", Acryl auf Papier

 

 

"Der Raucher - eine Lebensbilanz", Michael Liebusch, 2015, Fotobuch auf 24 Seiten, Texte und Malerisches, 20x20 cm

"Das Büchlein "Der Raucher" hat einen ganz besonderen Zauber, weil es so viele Elemente vereint:Kindliches, Philosophisches, Morbides und die Kunst, Perspektive mit Inhalt zu verbinden - es macht große Freude!" (Eine Leserin)

 


 

"Leben unter Gestirnen", Acryl auf Leinwand, 80 x 100 cm, 2017
  

Bildergalerie

 

 

Ausstellung in der Klosterpresse 2014

 


 

"Wiesenabschnitt", 80x100cm, 2015

 

"Aber es geht nicht nur um Farbe – es geht auch um Formen. Betrachten wir die die Formen etwas genauer, so fallen Gesten der Hand und des Armes auf, die sich auf der Leinwand widerspiegeln. Meist mit breitem Pinsel gemalt, fallen Tupfen oder halbrunde Formen und teppichartige Flecken verschiedener Größe auf. Die Handschrift, der Duktus ist sichtbar – nicht wie bei Pollock....aber es ist kein Arbeiten nach einem festen Plan – über das Nichtvorhandensein von Vorzeichnungen habe ich schon gesprochen – aber es ist auch kein Zufallsprodukt. Die einzelnen Schritte – eine Schicht, die nächste Schicht, eine weitere Schicht..... – werden nacheinander ausgeführt, immer in Reflexion mit den vorherigen Arbeitsschritten – und jeder Arbeitsschritt wirkt wiederum auf den Folgenden ein. Die Bilder wachsen, unter der Kontrolle des Künstlers, ohne allerdings einer strengen Formel zu folgen. Und: ganz wichtig – der Maler muss die Entscheidung treffen, wann das das Bild fertig ist." Jens Lay

 


 

Ausstellung Kunsthalle Frankfurt 2015

 

 

"Der Automat" - Die Geschichte eines RMV Automaten, 2016, Fotobuch auf 24 Seiten, Texte und Gestaltung: Michael Liebusch, Automat: Men Rabe

"Ist der Automat menschlich? Oder sind wir Automaten?" (Lesermeinung)

 

"Ütopie", geschrieben von Michael Liebusch 2013, Bilder von Men Rabe, Layout von Nicolai Schuy.

 

Rezension Irene Salzmann  

 

Hardcover mit 35 Farbbildern auf 156 Seiten, 25,90 Euro, ISBN 978-3-7322-8590-7, E-book ISBN 978-3-7322-70323, 6,49 Euro

erhältlch auch auf Kontakt mit dem Autor

 

Das Schreiben… BEI MICHAEL LIEBUSCH:
"Berufsunzufriedenheit, Sprachverwirrung, Lebensfrust und ähnliches mehr sind für Michael Liebusch Vehikel, mit denen er uns ins Grenzenlose schickt.
Die Leser haben viele Möglichkeiten einzusteigen in dieses Phantasia-Land
- über den Sprachwitz
- über die Körperwahrnehmung der Protagonisten
- über Weltgeschehen aus Zeitung und Medien
- über den Sprung in die Distanzierung vom Alltäglichsten.
Michael Liebusch’s Figuren sind „Spinner“ wie z.B. Zahlenmystiker, haben Regelmäßigkeit fordernde Berufe wie Lokomotivführer oder sind überfordert als Familienväter – auf jeden Fall aber Alleingänger. Der Blick in die andersgeschlechtliche Welt geschieht über Erinnerung oder Sehnsuchtsrelikte.
Ehemalige Jugendfreundinnen, sehnsüchtige oder kaltgewordene Erinnerung an frühere Zeiten, begleiten die eher auf die Zukunft, nämlich das Finden oder Erfinden einer besseren Welt ausgerichteten Hauptdarsteller."

 

Cornelia Kube-Druener. Klosterpresse Frankfurt 2013
 


 

"Die Hauptstadt von Island", Erzählungen, 2011

 

Rezension in RATTUS LIBRI, Mai 2012, Ausgabe 116, von Irene Salzmann

 

Was haben Vulkanausbrüche mit der Finanzkrise zu tun? Vieles und nichts. Michael Liebuschs moderne Helden finden in einer Zeit brüchiger Lebenserhaltungssysteme ungewöhnliche Lösungen. Mit Witz, Übertreibung und einem Schuss Boshaftigkeit handeln sie im unvernünftigen Raum. 17 Geschichten von Einsamkeit, Not, Leere, Ignoranz und Ziellosigkeit heutiger Menschen. Aber auch von stets aufkeimendem Lebensmut, Momenten der Hoffnung und heilsamer Erinnerung.

 


 

 

"Der fabelhafte Hub", 2009

 


 

"Bewegungsversuche", Christian Bedor und Michael Liebusch, 2008 

 

von Michael Liebusch aus dem Buch:

"Der handbemalte Teller"

"Im Untergrund"

Michael Liebusch

 

1963 geboren in Kelkheim/Ts., lebt in Frankfurt am Main

Studium der Philosophie, Literatur in Frankfurt, Schüler der Malerei bei Men Rabe

1989 Gründung des „Kunstraum Liebusch“ in FFM-Bockenheim, siehe "kleines Manifest" pdf



im Kunstraum Liebusch Ausstellungen mit: Thomas Erdelmeier, Men Rabe, Riccardo Baccherini, Tania Clara Ribeiro, Anna Abel, Edith Kaiser, G. Husemann, Beate Diallo, Monika Duhme, Sigrid Palmer, C.P. Schneider, Petra Kill, Maren Schilling,

 

Lesungen, Vorträge und Performances mit Bernhard Bauser, Volker Erbes, Christian Bedor, Johannes Farr, Olaf Lange, Brigitte Bee, Wolfgang Klee, Irmgard Maria Ostermann, Uwe Fritzsche und anderen.

  

Ausstellungen, Lesungen von Michael Liebusch in der Zimmergalerie Schneider, Kunstraum Liebusch, Stadtbücherei Frankfurt, Frankfurter Literaturtelefon, Museumsuferfest, GLS-Bank Frankfurt, Klosterpresse Frankfurt, Isoe-Institut, Radio X Frankfurt, Werkstatt für angewandte Psychologie FFM, Weinstube "S", Frankfurt, "Ausstellungshalle Frankfurt", Caté Galerie Albatos, Frankfurt etc., Kunst & Garten, Frankfurt (jährlich), Frankfurter Malakademie,

 

Filmdokumente über die Ausstellungen in RTL-Hessen Live, Offener Kanal Offenbach, Binder-Produktions, Frankfurter Malakademie "DADA 2016"

 

Veröffentlichungen:

"Das Briekäsepapier geht mir nicht aus dem Kopf", Gedichte und Collagen 1995

"Hub lässt die Puppen tanzen", in "Mein heimliches Auge", Konkursbuch 21, 2006

"Hub", Hörbuch-CD, gesprochen von Johannes Farr

"Bewegungsversuche", Erzählungen von Christian Bedor und Michael Liebusch, 2008

"Hubs fabelhafte Welt", mit Illustrationen von Edith Kaiser, 2009

"Die Hauptstadt von Island", Erzählungen, 2011

"Ütopie", Erzählung mit Bildern von Men Rabe, 2013

"Das Zeichen", Erzählung in "eXperimenta" März 2013

"Der Zeitraum bei Dr. Die-Höll", Erzählung in "eXperimenta" Oktober 2013

"Ausuferung", aus "Ütopie", Jahresheft WerkstaDTlesungen in der Klosterpresse, Frankfurt 2014

"20 Jahre Kunstraum Liebusch", Fotobuch, mit Text von Michael Liebusch

"Der Raucher", Fotoband 2015,

"Kunst & Garten", Fotobuch 2015, mit einer Einleitung von Michael Liebusch, Text von Jens Lay, Bilder

"Der Automat", Fotoband 2016

 

"Plötzliches Wohnen", Acryl auf Leinwand, 50 x 70 cm

 


 

"Wassermusik", Acryl auf Leinwand, 59x 73 cm, 2014

 


 

"Wärmemaschine", Acryl, Michael Liebusch

 

 

"Steinreich", Michael Liebusch, 2012, 80x100cm, Acryl auf Lw.

 

 

"Bewegungsmuster" Michael Leibusch, 2013, 60x80 cm, Acryl auf Lw.

Buchmesse in Stockstadt 2010

  


"Der Leser wird mitgerissen auf Weltreisen in den Makro- und Mikrokosmos eines Schreibphilosophen und erfährt „Erleuchtung“ in der Lust der Abenteuer des Spracherlebens in der wilden Welt der Gefühlsverwirrungen. Die kurze Form ermöglicht dem Schreiber Michael Liebusch das rasend-schnelle Zusammenzimmern eines lyrisch-naiven, fragilen, in sich schlüssig gebaut scheinenden Sprachluftschlosses, das, kaum ist es empfunden, schon dem Erscheinen eines neuen zu weichen hat."

 

Brigitte Bee

 


aus: "Das Briekäsepapier geht mir nicht aus dem Kopf"

 


Michael Liebusch zieht die Perspektive des neutralen Erzählers für seine oft surrealen Geschichten vor. Fast immer kurz und prägnant bringt er seine Aussage auf den Punkt. Die Protagonisten, die er agieren lässt, sind naiv und versponnen wie z. B. der Inselbewohner Hub, Konrad Bolz mit seiner Zigarrenkiste oder die theorisierenden Fußballspieler. Sie haben ihre ganz persönliche, verdrehte oder gar absurd erscheinende Sichtweise der Dinge, die nicht selten konträr ist zu der des ,Normalbürgers'. Dabei geht es dem Autor nicht darum, wer Recht hat, denn es kommt auf den jeweiligen Standpunkt an.
Für gewöhnlich versuchen seine Charaktere, sich mit dem Strom zu bewegen, wobei sie nicht merken, dass sie eigentlich in dieser Bewegung erstarrt, in den Konventionen oder ihrer eigenen beschränkten Welt gefangen sind. Erst der Zufall bringt für sie etwas in Bewegung, zum Guten oder zum Schlechten, wie bei dem Schwimmer, der ohne seine Brille plötzlich eine andere Sichtweise entdeckt und für sich ein neues Leben in Erwägung zieht, wie die Kellnerinnen, die in dem Moment an Einfallslosigkeit leiden, ab dem sie auf Kommando ihre Späße treiben sollen, oder wie die Fußballer, die unverhofft gewinnen, als sie einmal nicht ihren schönen Theorien folgen. Allerdings versteht es Michael Liebusch, auch längere Geschichten zu schreiben, die morbid und schaurig sind, wie das Beispiel „Underwood - Allein im Wald" beweist. Der Leser wird eingeladen, einen Blick in die Gedanken des Holzfällers Jack zu werfen und damit in einen Albtraum einzutauchen. Erinnerungen, Realität, Visionen, Hoffnungen und Ängste verschmelzen zu etwas, das kaum mehr voneinander zu trennen ist. Der Protagonist scheitert bei seinem Versuch, sich zu bewegen - sich von dem zu befreien, was ihn belastet, und das zu bekommen, was er sich wünscht.


 Irene Salzmann (Rattus Libri) zu den Texten von Michael Liebusch in "Bewegungsversuche" (Auszug)
pdf

 


 

Lesung mit dem Hörbuchsprecher Johannes Farr

 

 "Die Zweie", Acryl auf Lw., 100cmx80cm, M. Liebusch

 

"Zwischenstadium eines Bildes" aus dem Sommeratelier

 

"Ordentliches Chaos", Michael Liebusch, 2014, Acryl auf Lw.,


Der Kunsthistoriker Jens Lay zur Ausstellung von Michael Liebusch 

 

Werkgruppe "Handwerk", Acryl/Lw. Photo: Sabine Lippert

 

"Der gestische Umgang mit der Farbe markiert die technische Seite der Ausführung. An vielen Stellen ist eine wahre Ausdrucksgewalt spürbar, die sich wieder mit zarten Farbaufträgen abwechselt. Die Acrylfarbe wird mit nur einem Pinsel aufgetragen, der die Intuition des Malers auf die Leinwand überträgt und in dem sich die künstlerische Kraft bündelt." (Jens Lay, 2010)

 

"Felder", Acryl auf Lw., 80x100cm

 

 "Lebensraum", 50 x 60 cm, Acryl/Lw

 

"Die staunende Naivität des Protagonisten Hub, der mit fast kindlichen Fragen, die ihm unbekannte Welt erkundet, hat ihre Entsprechung in der Welt der Farben und Formen, die Michael Liebusch auf die Leinwand bannt." (Jens Lay, 2010)

 

"Geometrie im Raum", Acryl auf Lw., 80x100cm

 

"Steinzeit", 200 x 160 cm, Acryl/Lw

 

"Das Staunen über seine Bilder in jedem Stadium der Entstehung ist auch die Herangehensweise von Michael Liebusch, der naive und fast kindliche Blick manifestiert sich auf der Leinwand." (Jens Lay, 2010)

 

"Energien", 200 x 160 cm, Acryl/Lw

 

"Die Bilderfindungen von Michael Liebusch folgen keinen modischen Trends, sondern sind sehr persönliche Arbeiten. Die Titel, als Interpretationsangebot für die Rezipienten, verbinden den bewussten Gedanken mit der Intuition. Unbewusste und verborgene Strukturen werden während des Prozesses des Malens an die Oberfläche gebracht und finden ihre Analogie im Bildraum." (Jens Lay, 2010)

 


 

Brigitte Bee, Riccardo Baccherini, Edith Kaiser, Wolfgang Klee, Michael Liebusch

 

 

"Rund im Raum", 87cm x 73cm, M. Liebusch 2010, Acryl auf Leinwand

Rubrik: Betrachtungen:

Eine Mutter schiebt ihr Baby in einem modernen Kinderwagen, der den Charakter eines Einkaufswagen hat. Als Ware erscheint das Kind logischer. Es widerspricht nur im Kontext von Funktionalität.

 

In der Kältestadt Frankfurt liegen die Obdachlosen nachts in den leicht beheizten Vorbereichen der Luxusgeschäfte in Decken und Schlafsäcke eingehüllt, quasi auf dem Präsentierteller der jungen, vermögenden Nachtschwärmer. Die Habenichtse suchen die Nähe und Wärme des mächtigen Geldes. Hier scheinen sie sich sicher zu fühlen und können träumen?

 

Nur durch die Einsparung des Menschens kann man den Kapitalismus retten. Er ist ein Kostenfaktor. Nehmt dem Ball die Spieler und er liegt ruhig da, die Zuschauer werden nicht da sein und das Stadion leer.

 

Ein scheinbar zufriedener Arbeitsloser namens "Dübel" bei der Sendung "Maischberger" zementiert das Vorurteil vom faulen Arbeitslosen. Arbeitslos, weil faul. Nicht R. Koch´s Sprüche wirken im Volk, sondern der richtig installierte Pseudo-Arbeitslose, zudem ein "Dübel", an dem man die (Daumen)-Schrauben ansetzen kann.

 

Ein mittellos gewordener deutscher Bürger sagt mir: "Ich habe keinen Pfennig mehr". Das ist doppelt tragisch.
 

Wohin geht die Reise? fragt der Kapitän den Reeder. Wohin geht der Fortschritt? fragt keiner. So irren die Menschen zwischen den Dingen hin und her.

 

Zwischen zwei Bank-Hochhäusern in Frankfurt gerät ein klappriger Rentner auf seinem Fahrrad in eine Polizei-Kontrolle. Zwei Beamte in Uniform erteilen ihm eine Strafe wegen eines fehlendes Lichtes.

 

Der Winter hinterlässt häßliche Spuren auf dem Asphalt. Lücken, die durch Patenschaften mancherorts behoben werden. Wer übernimmt die Patenschaft für ein Atomkraftwerk oder einen Kindergarten?

 

Die Nacht vor dem ersten Mai: Bis 22 Uhr volle Supermärkte, Getränkekauf für mobiles Trinken vor den Kneipen und in den Höfen und Gärten. Die neue Form des Protestes.

 

Die Wörter "Löcher" und "Pakete" werden heutzutage oft herangezogen, um die Vorgänge zu verniedlichen. Ein Loch ist aber ein "Nichts" (und keine faktischen Schulden) und ein "Paket" etwas, von dem man nicht weiß, was sich darin verbirgt. Der Schirm (Schutzschirm) vermittelt eine leicht abfangbare Gefahr, die wie ein warmer Regen auf den Menschen herniederkommt. Alles nur Bilder.

 

Die Weltmeisterschaft hat ihre Früchte hervorgebracht: Deutschlandfahnen als Autospiegelschoner, Kondome fürs Rückschauen, kein Durchblick. Die Endlosfahne. Wie Endlospapier oder Endlosschleife.

 

Zur WM: Wie schnell man doch das Verlieren verlernen kann. Das will gekonnt sein. Zumal es die Spieler für die Zuschauer erledigen.

 

Das Jahr betrachtet: Das Grenzenlose und die Grenze. Der Fortschritt, die Natur, der Mensch, die Wirtschaft, die Gier stoßen an Grenzen. Die Elemente Wasser und Feuer treten in den Vordergrund.

 

Zeiten des Protestes über entfremdete Politiker und die Abräumer, Energiekonzerne, Banken, Gesundheitsindustrie. Die Ohnmacht der Bürger hört auf, doch die Regierenden merken es noch nicht. Eine alte Riege tritt bald ab.

 

Mein Bahnhof! Früher hieß es: einen großen Bahnhof haben. Heute hat jeder seinen Bahnhof vor der Tür, der einfach zu groß ist für den kleinen Menschen.

 

Der frühe Sommer lockt in die Gartenwirtschaft und ins Schwimmbad. Glück und Freude kehrt nach dem langen Winter ein. Und alle vergessen, dass es auch hier passieren könnte: die Atomkatastrophe. Der Mensch blendet sich selbst aus.

 

Vaterkrise im Volk: Wulff kein Vorbild, Heesters tot, Diktatoren sterben reihenweise. Politiker flüchten in die Privatwirtschaft. Merkel ist eine Frau. Bleibt uns nur Fußball-Nationaltrainer Löw, der kann eine Mannschaft machen. Oder so.

 

Ein Fan von der siegreichen Fortuna aus Düsseldorf läuft 2 Minuten vor Spielende auf den Fußballplatz, um den Elfmeterpunkt auszugraben. Wie eine Trophäe trägt er den Punkt bei laufenden Kameras aus dem Stadion. Dabei wird der Punkt noch gebraucht. Kann man ohne Punkt überhaupt weiterspielen, weiterschreiben....?

 

 

Sommerworkshop. Bilder von Barbara Schuy und Michael Liebusch

 

Wiederaufnahme - Neue Bilder von Michael Liebusch

Nach einer längeren Phase schriftstellerischer und dichterischer Tätigkeiten und der Veröffentlichung zweier Bücher, begibt sich Michael Liebusch 2009 wieder an die Leinwand und beginnt von neuem mit der Malerei. Diese Wiederaufnahme der Malerei bedeutet die Rückkehr zur Bildfindung. In seinem Atelier, das gleichzeitig Wohnstätte und Schreibstube ist, orientiert sich der alltägliche Ablauf zentral an der Kunst. Die Gestaltung der Räume ist diesem künstlerischen Wirken untergeordnet und der deutlich spürbare Aspekt in allen Lebensbereichen von Michael Liebusch.

Die Wiederaufnahme der Malerei ist aber keine Abkehr vom Schreiben. Die Wortfindung auf dem Papier ist vielmehr verwoben mit der Bildfindung auf der Leinwand. Beide Tätigkeiten ergänzen und bedingen sich gegenseitig. Der Bezug zur literarischen Arbeit ist wichtiger Aspekt in der bildenden Kunst von Michael Liebusch.
Die Wortfindung entspricht nicht der Bildfindung, der Prozess ist gänzlich anders, aber das kreative Element ist in der Literatur und in der Malerei der entscheidende Schlüssel zur Entfaltung des künstlerischen Ausdrucks.

Der fabelhafte Hub, so der Titel des Buches von Michael Liebusch aus dem Jahre 2009, sieht die Welt nicht mit den Augen der festverwurzelten, gesellschaftlich konformen und wissenden Menschen, sondern setzt bei seinen Fragen nach den Dingen scheinbar normale Denkschemata außer Kraft. Die staunende Naivität des Protagonisten Hub, der mit fast kindlichen Fragen, die ihm unbekannte Welt erkundet, hat ihre Entsprechung in der Welt der Farben und Formen, die Michael Liebusch auf die Leinwand bannt.

Der gestische Umgang mit der Farbe markiert die technische Seite der Ausführung. An vielen Stellen ist eine wahre Ausdrucksgewalt spürbar, die sich wieder mit zarten Farbaufträgen abwechselt. Die Acrylfarbe wird mit nur einem Pinsel aufgetragen, der die Intuition des Malers auf die Leinwand überträgt und in dem sich die künstlerische Kraft bündelt. Ohne Kratzen oder Schaben verläuft der Prozess des Malens mal langsam mal sprunghaft. Übermalungen lassen vorherige Schichten durch schimmern. Dieser Prozess verläuft ungeplant, ohne Konzept und Vorzeichnung. Am Beginn steht der imaginäre Raum auf der Bildfläche, der dann ausgefüllt wird. Jeder Pinselstrich erzeugt eine neue Bildwelt auf die immer wieder von Michael Liebusch reagiert wird. Diese reflexive Arbeit führt dann zum fertigen Bild.
Im Vergleich zu den früheren Arbeiten von Michael Liebusch lassen die Formen und Farben nun stärkere Assoziationen von Gegenständen zu, ohne deren Abbilder zu sein. Die Farbbehandlung erhöht die Leuchtkraft, die übereinanderliegenden Farbschichten erzeugen eine starke Transparenz.

Die Bilder sind nicht durch den Rahmen begrenzt, sie treten über die Begrenzung hinaus in den umliegenden Raum. Diese Ausschnitthaftigkeit erzeugt den Eindruck einer Momentaufnahme, die mit einer kraftvollen Farbauffassung kombiniert ist. Die asymmetrischen Kompositionen bestechen durch grelle Kontraste. Die Zumischung von Weiß ergibt insgesamt einen hellen Eindruck.

Die Titel entstehen im Nachhinein, nach Beendigung des Malens, in assoziativer Weise. Den Bildwelten werden Namen und Begriffe zugeordnet, die keiner rationalen Entscheidung entspringen sondern den unvoreingenommenen, naiven Blick als Ausgangspunkt besitzen - so wie bei dem fabelhaften Hub, der ebenfalls naiv auf die Welt schaut und dabei Überraschendes zum Vorschein kommen lässt. Hub erlebt die Welt, die uns umgibt, mit Staunen. Dieser andere Blick auf die Welt ist das Bezeichnende im Werk von Michael Liebusch.
Das Staunen über seine Bilder in jedem Stadium der Entstehung ist auch die Herangehensweise von Michael Liebusch, der naive und fast kindliche Blick manifestiert sich auf der Leinwand


Die Bilderfindungen von Michael Liebusch folgen keinen modischen Trends, sondern sind sehr persönliche Arbeiten. Die Titel, als Interpretationsangebot für die Rezipienten, verbinden den bewussten Gedanken mit der Intuition. Unbewusste und verborgene Strukturen werden während des Prozesses des Malens an die Oberfläche gebracht und finden ihre Analogie im Bildraum.
Die Komposition kommt aus einer unbewussten Ebene – der Titel hebt es in den bewussten Bereich. Für den Betrachter entstehen neue Sichtweisen, die Bilder liefern dem Auge verschwimmende Sichtweisen. Wer sich auf die Bilder einlässt, kann tief in diese Welten eintauchen.

Die neuen Bilder sind eine konsequente Fortsetzung der künstlerischen Arbeit von Michael Liebusch und lassen auf weiteres erwartungsvoll hoffen.

© Jens Lay
 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


                                               

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 


  

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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